Inscryption

(Daniel Mullins Games, 2021)

Ergänzung, einige Monate später. Ich hatte ja keine Ahnung … Offensichtlich ist Inscryption wesentlich mehr als ein schlichtes Deckbuilding Game, sondern etwas, das sich mehrfach wandelt, wie ich aus einem Artikel weiß, den ich gerade gelesen habe:
Inscryption: Verschiebungen im Medium – und der Existenz.
Wer nicht gespoilert werden will, liest das lieber nicht, für mich, die ich nie über den 1. Teil des Spieles hinausgekommen bin, war es interessant. Allerdings bin ich mir nicht sicher, dass die Wandlungen des Spiels mich vom Aspekt des Spielens her letztlich mehr interessiert hätten, als der 1. Teil.

Deckbuilding. Habe ich im Prinzip null Ahnung von, abgesehen von meiner Leidenschaft für Gwent in Witcher 3. Aber das hat was. Unterhaltsam.
Nach einem Probelauf mit der Demo hatte ich mir die Vollversion gekauft, und mein Fazit nach den ersten Stunden: Klassisches »Occasional Tetris«, wie ich suchterzeugende Spiele zu nennen pflege, die man gerne wiederholt.

Die Story fängt damit an, dass man eine alte Floppy-Disk in einen ebenso alten Rechner schiebt. Als nächstes findet man sich in einer gruseligen Holzhütte wieder, wo man gegen einen ebenso gruseligen Gegner spielen muss, falls man die Hütte jemals wieder verlassen möchte.

Das Spiel beginnt, die Karten werden ausgeteilt, und das ist erst einmal wirklich stimmungsvoll und abwechslungsreich.
Neben den Karten hat man jeweils drei Hilfsmittel, zu denen man auf verschiedene Weise kommen kann. ZB trifft man häufiger auf eine alte Holzschnitzerin, die einen mit Figuren versorgt, die bestimmten Kartengruppen Vorteile verschaffen. Oder man wählt nach einer Partie aus einer Gruppe von Gegenständen, zb eine Schere, mit der man gegnerische Karten zerschneiden kann.

Wer in Deckbuilding Games versiert ist, hat vermutlich keine Probleme damit, die Partien zu gewinnen. Sogar ich bin immer mal wieder recht weit gekommen – aber am Ende habe ich dann doch immer verloren.
Der Vorteil mit dem vorzeitigen Ende: Bei jedem Tod kann man eine »Sterbekarte« kreieren, die man dann beim nächsten Spiel mit etwas Glück wieder aufsammeln kann, um damit das Deck zu bereichern.

Wenn die Partien gut ausgehen, wird auf dem Tisch eine Karte ausgerollt, auf der man den Ort wählt, an dem das Spiel weitergeht. Man hat außerdem, solange die Karte auf dem Tisch liegt, die Möglichkeit, sich in der Hütte umzusehen, wo es auch ein paar Rätsel zu lösen und Karten oder Hilfsmittel einzusammeln gibt.

Alles in allem wurde ich für 16 Stunden gut unterhalten, ohne auch nur in die Nähe davon zu kommen, das Spiel zu schlagen.
Wie immer wurde ich es schließlich leid, immer wieder von vorne anfangen zu müssen.
Für eine Weile packt mich bei solchen Spielen der Ehrgeiz, aber wenn sich auf längere Sicht erweist, dass ich zu dusselig bin, die Chancen, die mir das Schicksal aka der Zufallsgenerator in Form von Karten zukommen läßt, auch zu nutzen, dann verläßt mich die Lust.
Ob man irgendwann mal einen Punkt erreicht, wo man nicht jedes Mal wieder ganz von vorne anfangen muss, weiß ich nicht.

Wenn ich in dem Spiel besser wäre, würde ich es vermutlich lieben. Es hat eine gute Atmosphäre, und das Kartenspiel ist wirklich Teil einer Geschichte.
Darum kriegt es von mir auch 4 Sterne und eine Empfehlung für Leute, die das besser können, als ich.

Inscryption gibt es bei GoG.

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