3 Mann im Zelt …

… oder die Suche nach der Wahrheit in meiner Schreiberei.

Die letzten drei Monate habe ich mit der Frage verbracht, ob ich die verd… Schreiberei einfach wieder aus meinem Leben entsorgen sollte. Ich könnte stattdessen das Kreuzsticken wieder aufnehmen oder Star Trek Kartonmodelle bauen. Mich dem Haus und dem Garten widmen. Puzzlespiele legen. Den Computer aus lassen und zu den alten Lebensweisen zurückkehren …
… harhar …
Ja, nee, schon klar.

Die Frage ist eigentlich nur, was ich als Nächstes versuchen will, nach drei abgebrochenen Projekten und einer großen Leere als Antwort auf den Versuch, diese Frage zu klären. Um ein Thema zu haben, brauche ich einen Blick auf irgendwas, und derzeit ist mein Panorama zugepflastert mit weltpolitischen Horrormeldungen und der Frage, ob es nichts Wichtigeres zu tun gäbe, als Visiönchen zu tippen.
Andererseits fühle ich den nicht ignorierbaren Drang, zum Irrwitz unserer Zeit Stellung zu nehmen, schon um meiner selbst willen.
Die Frage ist nur: wie?

Wie will ich überhaupt weitermachen? Mit einem Fantasy-Projekt, dass sich über Jahre hinziehen wird? Mit einzelnen SF-Romanen? Mit Kurzgeschichten?
Was will ich erzählen?
Warum?

Da die Antwort darauf also derzeit »keine Ahnung« ist, werde ich die Lücke ohne konkretes neues Projekt dafür nutzen, »Damaskus 12« und »Kältezeit« noch einmal zu überarbeiten. In den letzten drei Jahren kam viel Handwerk dazu, und einiges von dem, was ich 2015 geschrieben habe, ist für mich so nicht mehr akzeptabel. Ich habe die Hoffnung, auf diese Weise meinen roten Faden wiederzufinden und mich vergewissern zu können, dass ein gewisser Fortschritt stattgefunden hat.

Zumindest das Zweite ist schon mal sicher, denn »Kältezeit« beginnt mit drei Männern in einem Zelt, dessen Dimensionen so unbestimmt sind, wie das Innere eines schwarzen Lochs.
Tatsache ist: Ich habe mir über dieses Zelt noch nie Gedanken gemacht.
Vor mir gesehen habe ich … nichts, wenn ich ehrlich bin, nur die Figuren aus ihrer jeweiligen Perspektive gucken, erfahren und machen lassen, und ich vermute, das ist ein Merkmal von Schreib-Newbies, die sich in ihre Bilder verlieben und Stringenz (in jedem Punkt!) für nebensächlich halten (oder keinen Schimmer davon haben, was das sein könnte, die gibt es auch) 🙂
Es gibt Wackler in der Perspektive, über die ich mir auch nicht gerade endlos den Kopf zerbrochen habe.
Da werde ich die Daumenschrauben ein bisschen anziehen müssen.

Nebenbei bastele ich einmal wieder an neuen Titelbildern. Bei den derzeitigen hatte ich unschätzbar wertvolle Hilfe, aber die Zeiten haben sich geändert, sozusagen, und aus jetziger Sicht sind sie viel zu stark als »Serie« angelegt und Ausdruck meiner damaligen Vorstellung, als fortlaufend produzierende Dauerschreiberin in die Geschichte des Selfpublishings einzugehen.
Das zumindest ist ausgeschlossen, was ich immer schon vermutet hatte, und die Cover sind falsche Etiketten – Action, Blut und Mondlandschaft an SF – die in mir – wenn ich ehrlich bin, von Anfang an – ein ähnliches Gefühl hervorrufen wie eine Textstelle, von der ich weiß, dass sie unaufrichtig ist.
»Das 3. Jahrtausend« ist keine Serie, sondern eine Reihe, die ergänzt wird, wenn mir danach ist, »SF« zu schreiben. Es ist mir wichtig, dass man das sieht.
Außerdem handeln sie von etwas ganz anderem, und das sollte man auch sehen. Auch wenn die Bilder hinterher nicht mehr so cool sind.
Meine Storys sind nicht cool.

Nun denn.
Drei Schritte vor, zwei zurück.
Ich hoffe, es lohnt sich und dient der Wahrheitsfindung.
🙂

3 Gedanken zu „3 Mann im Zelt …

  1. Hey, lass dir einfach Zeit. Bei mir hat’s knapp zwei Jahre gedauert, bis ich wieder in die Tasten gehauen habe. Die Lust am Schreiben kommt wieder- garantiert 😊.

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