Westworld/1. Staffel

Der Vorspann ist genial und bringt mich dazu, auch das, was danach kommt, erst mal genial zu finden.
Aber.
Von Anfang an habe ich den Eindruck von »Overkill«: an sinnfreier Brutalität, an verborgenen Motiven und an Rückblenden.

Die Menschen sind von eiskalter Leidenschaft getrieben auf der Suche nach sich selbst, die künstlichen Gegenspieler leiden an Flashbacks und irren planlos durch das Labyrinth ihrer Gefühlsprogrammierungen. Dazwischen sitzen der Große Zampano und sein Igor und fragen sich, was »Bewusstsein« ist.

Immer wieder gibt es interessante Parallelen zwischen Mensch und Maschine, aber das wirklich zu erfahren, gelingt mir nicht. Keine einzige Figur in diesem Ensemble von Unsympathen, Grüblern und Androiden bietet mir die Möglichkeit, mich mit ihr zu identifizieren.
Alles bleibt Oberfläche.

Im Rückblick habe ich das Gefühl, es passiert immer wieder das Gleiche: »Wilder Westen« mit surrealistischem Touch; futuristisches Labor mit menschlichen Versuchsratten; Gottvater spricht mit den Würmern.

Vielleicht sind einfach die Gegensätze zu krass, weshalb das für mich kein Ganzes werden will?
Vielleicht ist »Westworld« die Story geworden statt sie zu erzählen, weshalb alles so kalkuliert und auf die Sekunde genau getimed wirkt?
Vielleicht liegt es wirklich nur daran, dass mir Dramen unter Androiden schnuppe sind und sämtliche Menschen ausschließlich von Egozentrik angetrieben werden?

Was auch immer der Grund ist, ich komme nicht wirklich in die Story rein. Sie hat für mich etwas von anatomischer Studie.

Am Ende bleibt nur Anthony Hopkins übrig, der durch seine reine Präsenz alles zusammenhält. Aber irgendwann bin ich auch diese Rolle des verrätselten Allvaters leid und mehr damit beschäftigt, darauf zu achten, wie ähnlich Hopkins meinem Onkel sieht, wenn er den Mund schief verzieht und ein Auge zukneift.

Wenn am Ende dann alles kumuliert und die Rätsel sich aufklären, bleibt bei mir der Eindruck von heißer Luft zurück und die Frage, wie die Story in der geschaffenen Situation fortgeführt werden soll, ohne ins völlig Seelenlose abzugleiten.

Vermutlich werde ich die zweite Staffel aus reinem Interesse schauen, ob das den Machern gelungen ist.

🙂

 

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