Es werde Licht.

Wie alle meine Beiträge ist auch dieser persönlich. Es würde mir im Traum nicht einfallen zu behaupten, ich wüsste, wie man schnurstracks einen Bestseller schreibt (es sei denn, ich hätte Lust, mit heißer Luft ein paar Kröten zu verdienen).

Tatsache ist: Ich liebe Texte, in denen »mehr« steckt. Wobei ich damit nicht meine, dass sie sich mit komplizierten Ideen befassen müssen, oder dass man fließend Latein sprechen können muss, um sie zu verstehen.

Es geht mir dabei um Dinge, die einerseits total einfach sind, und andererseits unglaublich kompliziert. So wie das Licht. Die Sonne geht auf, und wir finden das je nach Verfassung entweder super, nervtötend oder egal. Andererseits kommt dieses Licht von einem Stern, und wir leben mitten im Nirgendwo auf einem Planeten, der um diesen Stern herumkreist.

Anders ausgedrückt: Wird es in der Geschichte einfach nur hell und dunkel (oder möglicherweise herrscht auch ewige Dämmerung), oder kann man hinter den Worten noch mehr ahnen?
Falls ja, wäre das für mich die eigentliche Idee hinter der Geschichte.

Wie man auf solche Ideen kommt?
Gute Frage.

Es gibt ambitionierte zukünftige Schreiber, die einem endlose Erläuterungen zu Formalitäten um die Ohren hauen – »Akte-Struktur«, »Schneeflockenmethode«, »Cliffhanger«, »Spannungsaufbau«, uswusf. – und es ist ohne Zweifel sinnvoll, irgendeinen Plan zu haben, wie man überhaupt etwas erzählt. Aber ohne eine Idee, die einem wirklich am Herzen liegt, wird eben auch aus dem strukturiertesten Plot keine wirklich gute Geschichte.

Dabei muss es nicht gleich die Autobiografie sein. Wirklich nicht. Aber mehr als ausgeklügelte Tötungsmethoden oder der Wunsch, dem Traumprinzen in die Arme zu fallen, wäre schon schön.

Wie weit ich da selbst gekommen bin, finde ich schwer zu sagen. Dass z. B. »Der Fall Irenaeus« auf einem Berg spielen sollte, war relativ schnell klar. Aber aus meinen ersten Einfällen wollte irgendwie nicht mehr werden als ein endloser Ritt in den Sonnenuntergang, während die Stimme Gottes aus dem Off Glückskekssprüche herunterleiert.
So ungefähr, jedenfalls.

Meine einzige »Methode«, doch noch etwas zustande zu bringen, war die Rückkehr zu der Frage: Worum geht es in der Story – eigentlich? Mit überraschendem Ergebnis – und einer »Drei-Akte-Struktur«, die sich von ganz alleine ergab.

Tja.

Mehr als diesen vagen Rat habe ich dazu tatsächlich nicht anzubieten – außer vielleicht noch, dass Geduld ganz nützlich sein kann 🙂

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