Robert E. Howard: Wölfe jenseits der Grenze

Manchmal ist es schön, den Tag einfach nur verstreichen zu lassen 🙂
Aber das Buch hat mich dazu überredet, es nicht einfach nur zu lesen.

In »Wölfe jenseits der Grenze« (im 6. Band der Gesamtausgabe von Festa, Originaltitel wird leider unterschlagen) kommt Conan nur indirekt als derjenige vor, der dabei ist, sich Aquiloniens Thron anzueignen. Erzählt wird aus der Sicht eines Waldläufers, der als Bote in Sachen Solidarität mit Conan unterwegs ist. Dabei wird er Zeuge eines schwarzmagischen Rituals der wilden Pikten, unter denen sich auch ein weißer Mann befindet, weshalb er am Ende aufgrund dieses Erlebnisses einen Verräter entlarven kann.

Trotz vieler erzählerischer Passagen liest sich die Geschichte vom Aufbau her, einschließlich Action und Dialogen, unglaublich »up to date« und viel moderner, meiner Ansicht nach, als z.B. Fritz Leibers «Hexenvolk« oder Richard Mathesons «I am Legend«. Als ob in den 40ern plötzlich ein Hang zur Psychologisierung und Sexualisierung in der Luft lag, der aus heutiger Sicht ziemlich naiv-schematisch und gehemmt klingt.

Besonders interessant wird es, wenn man die redigierte Fassung, die ebenfalls in dem Band enthalten ist, mit der 1. Fassung vergleicht (auch wenn das bei einem Papierbuch etwas mühselig ist). Das ist wie ein kurzer Lehrgang zum Thema: Wie bringe ich Farbe in den Text und mache ihn spannend, und wie streue ich Informationen ein, ohne den Leser zu nerven.

Es überrascht mich immer wieder, wie knackig Howard schreibt. Es lohnt sich wirklich, ihn sich zu Gemüte zu führen.

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