Die Sprache der Mörder von morgen

Gerade wenn man sich mit Worten beschäftigt, sollte jedes davon zählen. Dass Begriffe nicht nur in der Literatur Bedeutung haben, sondern auch kollektive Vorstellungen verändern können, das erleben wir gerade wieder. Das angesprochene Buch von Victor Klemperer ist auch eine persönliche Leseempfehlung meinerseits.

Prinz Chaos

Die Entmenschlichung der Sprache ist momentan das alarmierendste Anzeichen einer allgemeinen Barbarisierung.
Ich war auf einer Veranstaltung, da sprach der CDU-Integretationsbeauftragte wiederholt davon, so und so viele Flüchtlinge bis da und dahin „abarbeiten“ zu müssen. Ein vergleichsweise harmloses Beispiel für einen technischen Diskurs über die Verwaltung von Menschen, dessen eisige Kälte jedoch ahnen lässt: nur ein paar Umdrehungen weiter, nur noch ein paar Attentate oder „Jahrhundertherausforderungen“, dann kannst Du auch den meisten unserer heutigen Bürokraten befehlen was Du willst, sie werden es sachlich und nüchtern – exekutieren.
In Dänemark hat man derweil – ganz demokratisch, per Mehrheitsentscheidung im Parlament – beschlossen, die Wertgegenstände Geflüchteter staatlich einzuziehen. Was sind das für Wertgegenstände? Ein wertvoller Ring, den man mitnahm, um in der Not zu haben? Ein einsames Erinnerungsstück aus dem Familienschatz? Ein Smartphone, das die einzige Verbindung in die alte Heimat ist und das Überlebenstool Nummer 1? Ein Bündel Dollar, die man über alle Grenzen und…

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